Neue Studie: Bundesbürger ändern ihre Passwörter nicht
Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Branchenverbands Bitkom ergab, dass 41 Prozent der Bundesbürger aus eigener Initiative niemals ihre Zugangscodes für Online-Konten, E-Mail-Postfächer, Auktionsplattformen, PCs oder das Handy verändern. "Bei Passwörtern zahlt sich Treue nicht aus – die wichtigsten Passwörter sollten alle drei Monate geändert werden", kommentiert Dieter Kempf vom Präsidium des Bitkom die Umfrage.
Deutschland stimmt für das SWIFT-Abkommen
Wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) heute verkündete, hat auch Deutschland dem SWIFT-Abkommen über die Weitergabe von Bankkundendaten an die USA zugestimmt. De Maizière erklärte, das Abkommen enthalte insbesondere im Hinblick auf den Rechtsschutz und den Datenschutz deutliche Verbesserungen gegenüber dem Interimsabkommen. So werde die "Menge der Daten, die übermittelt werde, möglichst gering gehalten."
Protest gegen Vorratsdatenspeicherung weitet sich aus
In einem offenen Brief haben 100 Organisationen aus 23 europäischen Ländern die EU-Kommission aufgefordert, die Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten aufzuheben. Durch eine allgemeine Aufzeichnung von Verbindungsdaten bestehe das Risko, dass vertrauliche Tätigkeiten und Kontakte durch Datenpannen bekannt und missbraucht werden könnten, heißt es in dem Brief.
Umfrage: Digital Natives gehen sorglos mit ihren Daten um
Wie eine Online-Umfrage im Auftrag von McAfee zeigt, geben Jugendliche leichtfertig Daten von sich preis. So gaben zum Beispiel 28 Prozent an, mit völlig fremden Personen zu chatten und dabei Name und E-Mail-Adresse weiterzugeben. Insbesondere Mädchen waren der Umfrage zufolge argloser als Jungs. Befragt wurden insgesamt 1357 US-Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren.
EU-Parlament gibt den Weg für das SWIFT-Abkommen frei
Das lange umstrittene Abkommen der EU mit den USA über den Austausch von Bankdaten zur Terrorabwehr hat die letzte große Hürde genommen. Vertreter der drei großen Fraktionen Christdemokraten, Sozialdemokraten und Liberalen erklärten, dass es nach den Zugeständnissen der EU-Kommission eine Mehrheit im EU-Parlament für den Pakt geben werde. Das SWIFT-Abkommen muss jetzt noch offiziell vom EU-Ministerrat abgesegnet werden, ehe das Plenum des Europäischen Parlaments im Juli grünes Licht geben kann.
Apple sammelt mit neuem Betriebssystem Standortdaten seiner Kunden
Mit dem neuen Betriebssystem iOS 4 hat Apple auch zugleich seine Datenschutzbestimmungen geändert und speichert künftig die Standortdaten seiner mobilen Kunden. Apple versichert zwar, dass die einzelnen Nutzer über die Koordinaten keinesfalls zurückverfolgt werden könnten, allerdings dürfen die Daten von Partnern und Lizenznehmern des Unternehmens genutzt werden, "um Dienstleistungen, Inhalte und Werbeangebote zu verbessern". Was die Sammelbezeichnung "Partner und Lizenznehmer" beinhaltet, erläutert Apple nicht näher.
Datenskandal an der TU Ilmenau war falscher Alarm
Wie sich herausstellte, war die TU Ilmenau nicht von einem Datenleck betroffen und auch nicht von Hackern zu Zwecken der Wirtschaftsspionage angegriffen worden. Die WirtschaftsWoche hatte am 8. Juni 2010 über ein Datenleck bei der TU Ilmenau berichtet. Unmittelbar, nachdem die Universität auf das Vorhandensein angeblich eigener Daten im Internet hingewiesen wurde, leitete das Rechenzentrum der Universität eine umfassende Sicherheitsanalyse des Rechnernetzes ein. Diese ergab, dass zu keiner Zeit Datenbanken der Universität durch nicht autorisierte Personen zugänglich waren.
Bundesinnenminister stellt 14 Thesen zur Netzpolitik vor und fordert digitales Radiergummi
In seiner Grundsatzrede zur Netzpolitik hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière 14 Thesen vorgestellt, mit denen er die Selbstbestimmung der Internetnutzer stärken und Schlüsselfragen beantworten will. „Ziel wären ein digitales Radiergummi und ein Verfallsdatum, das ich an meine Daten anbringen kann“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Er wolle sich dafür einsetzen, dass sich die Nutzer „gegen die Datenmacht Dritter selbst zur Wehr“ setzen könnten.
Bürgerrechtler wollen gegen Volkszählung 2011 vorgehen [Update]
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung will gegen die für 2011 geplante Volkszählung in Deutschland eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen. Die Bürgerrechtler sind der Meinung, dass durch die Volkszählung der "Trend zu einer Verdatung der Bevölkerung" weiter geführt werde, da die Daten aller in Deutschland lebenden Menschen zusammengeführt und ausgewertet würden. Sie fordern außerdem, die gesetzliche verordnete Auskunftspflicht abzuschaffen und die zu erhebenden Daten nicht an einer zentralen Stelle zu speichern.
Update vom 16.07.2010:
Google soll auch Passwörter von E-Mail-Accounts gespeichert haben
Die französische Datenschutzbehörde Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés (CNIL) wirft dem Internetkonzern Google vor, im Rahmen der Datenerfassung für seinen Service Street View auch Passwörter von E-Mail-Accounts und Teile von elektronischen Nachrichten gespeichert zu haben. Die CNIL fordert nun, dass Google innerhalb von sieben Tagen alle Daten zur Verfügung stellt, die in Frankreich erhoben wurden.
