Missbrauch bei Handy-Ortung
Peter Schaar, Bundesbeauftragter für Datenschutz, warnt vor Missbrauch bei der Ortung von Mobilfunktelefonen. Es sei möglich, dass auch Handy-Nutzer geortet werden, die weder davon wüssten, noch ihr Einverständnis gegeben hätten. Für eine Ortung fordert §98 des Telekommunikationsgesetzes jedoch eine schriftliche Einwilligung des Nutzers. Handy-Besitzer müssten zudem bei jeder fünften Ortung per SMS über diese informiert werden. Unseriöse Anbieter umgingen diese Regelung aber.
Google erneut im Visier von EU-Datenschützern
EU-Datenschützer fordern von Google die Löschung von Suchanfragen nach sechs Monaten. Google speichert Suchanfragen mit vollständigen IP-Adressen bislang neun Monate. Nach Angaben von Google sei dies notwendig, um Trends zu erkennen und ein Gefühl für die Nutzer zu erhalten. Die Datenschützer beklagen insbesondere die zunehmende Speicherung individueller Nutzerdaten wie audiovisuelle Angaben oder Standortdaten. Die Verarbeitung solcher Daten dürfe aber nur so lange erfolgen, wie dies für rechtmäßige Zwecke erforderlich sei.
Google Street View lässt Frist verstreichen und verwährt Einsicht auf durch Street View erfasste Nutzerdaten
Google hat die Frist verstreichen lassen, die von Datenschützern nach Bekanntwerden der Panne bei Google Street View gestellt wurde. Bis zum 26. Mai forderte unter anderem der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar Einsicht auf die Original-Festplatten mit den durch Street View erfassten Nutzerdaten. Neben Deutschland haben auch Datenschützer oder Regierungsbehörden in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, in der Tschechischen Republik, in der Schweiz und Hongkong die Übergabe der Nutzerdaten verlangt.
EU-Kommission pocht auf Einhaltung der Datenschutzstandard beim Datenaustausch mit US-Behörden
Die Justizkommissarin Viviane Reding fordert, dass in dem neu zu verhandelnden Abkommen zur Weitergabe von Passagierdaten und Informationen über Finanztransaktionen an US-Behörden der Datenschutz fest verankert wird. Damit kommt sie einer Forderung des EU-Parlaments nach.
Datenschützer werden gegen zweifelhaftes Lastschriftverfahren von Supermarktketten aktiv
Vor kurzem sind mehrere Supermarktketten wegen ihres Umgangs mit Kundendaten in Kritik geraten. Denn die Kunden, die per Unterschrift mit EC-Karte bezahlen, unterschreiben auf dem Kassenzettel gleichzeitig eine Einwilligungserklärung zur Weitergabe ihrer Kontodaten. Auch Handelsfirmen wie Rewe oder Penny, aber auch Tankstellen und Möbelhäuser lassen auf ihren Kassenzetteln Einwilligungen unterschreiben.
Facebook schickt Nutzerdaten an Werbevermarkter
Nach Angaben des Wall Street Journal habe Facebook Daten an Werbevermarkter wie Googles DoubleClick und Yahoos Right Media geschickt, die Rückschlüsse auf einzelne Nutzer und persönliche Details zuließen. Dabei hatten sie zuvor immer beteuert, dass solche Daten nicht weitergereicht würden.
Datenschützer kritisieren Entwurf zum Arbeitnehmerdatenschutz
In einer gemeinsamen Erklärung haben die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und der FoeBuD sowie mehrere Einzelpersonen und Unternehmen den Entwurf von Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum Arbeitnehmerdatenschutz kritisiert.
Hamburger Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen Google ein
Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen das US-Unternehmen eingeleitet. Dabei gehe es um den Verdacht des Abfangens von Daten. Google selbst hat vor kurzem eine interne Datenpanne zugegeben. So wurden im Zuge der Aufzeichnungen für Google Street-View nicht nur die MAC-Adressen und Namen der Funknetze gespeichert, sondern auch die von den WLAN-Empfängern ausgegebenen Nutzerdaten ("payload data") gespeichert. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, ob es einen "belastbaren Anfangsverdacht" gebe.
Vier Freunde gegen Facebook: Neues Netzwerk baut auf Datenschutz und Privatsphäre
Vier Studenten einer New Yorker Uni haben Geld gesammelt, um ein neues soziales Netz zu programmieren. Im Gegensatz zu Facebook soll die Privatsphäre im Vordergrund stehen - verschlüsselter Dateientausch inklusive. Zentrales Merkmal ist, dass das Netzwerk, genannt Diaspora, nicht auf ein zentrales Rechenzentrum vertraut, sondern, dass jeder User seinen eigenen kleinen Server betreibt. Damit soll verhindert werden, dass die Daten der User erst an eine Zentrale geschickt oder dort hochgeladen werden müssen, um miteinander kommunizieren zu können.
Google gesteht Datenpanne und stoppt Sammlung von WLAN-Daten
Der US-amerikanische Internetdienstleister Google räumt eine interne Datenpanne ein. Im Zuge der Aufzeichnungen für Google Street-View haben die mit Kameras und WLAN-Empfängern ausgestatteten Autos nicht nur die MAC-Adressen und Namen der Funknetze gespeichert, sondern auch die von den WLAN-Empfängern ausgegebenen Nutzerdaten ("payload data") gespeichert. Dies wurde bei einer internen Sichtung der Datensammlung bekannt. Die Politik fordert nun von Google eine Aufklärung über die WLAN-Datensammlung.
